Wladimir Schengelaja

Wladimir Schengelaja wurde 1949, in der Stadt Gagra, in der Abchasisch Sowjetischen Sozialistischen Republik geboren. Er wuchs in einer Künstlerfamilie in Suchumi auf. Sein Vater Ilija Erastowitsh Schengelaja, war ein Kunstmaler und Dokumentarfilmer. Er schloss 1966 die  Kunstschule und das Gymnasium in Suchumi/Abchasien ab. Von 1966 bis 1971 studierte er an der Kunstakademie in Tiflis, Georgien, und erhielt das Diplom. 1988 wurde er in den Künstlerverband der UdSSR aufgenommen. Bis 1993 lebte er als freier Künstler im Raum der UdSSR. Im Jahr 1994 wanderte er mit Frau und Kind nach Deutschland aus. Im selben Jahr wurde er in den Berufsverband der Bildenden Künstler Deutschland aufgenommen. Seit 2007, deutscher Staatsbürger, er lebt und arbeitet in München.

Suchumi wurde in antiker Zeit von den Dioskuren-Brüdern im alten Lande Kolchis gegründet, in einem der schönsten Gebiete am Ufer des Schwarzen Meeres.

Das Land Abchasien, das den Einfluss vieler alter Kulturen erlebt hatte, wurde zu einem Randgebiet des sowjetischen Imperiums und lebte nach dessen Gesetzen. Man hatte hier deshalb seine „kleine örtliche“ offizielle Kunst und sogar seit Beginn der 70iger Jahre seinen „Underground“. Das war kein „Underground“, der sich dem „Offiziösen“ widersetzte oder gar mit ihm kämpfte – eher umgekehrt: er versuchte ähnlich der Praxis des Zen – Buddhismus „das Zeichen umzukehren“ und Bitterkeit in Vitalität zu verwandeln. Das heißt, das Negativ des Lebens brachte irgendwie das Positiv der Kunst hervor. „Muss man schon im Imperium geboren werden – lebt sich’s doch besser in der Provinz am Meer“ – schreibt J. Brodskij. Diese Situation markierte die Grenzen des Schaffens einiger der ansässigen Künstler, unter ihnen auch Wladimir Schengelaja.

Schengelaja richtet sein ganzes Forschen auf das Innere der Kunst. Seine Werken sind ein Ergebnis der Suche nach höchsten Werten, eine Bewegung hin zum Absoluten der Malerei. Die Malerei ist für ihn eine Methode der Wahrheitssuche. Er bereitet sich darauf vor wie auf die „Begegnung mit einem Ehrengast“.

Seine Arbeiten sind intellektuell, aber nicht kalt; in ihnen ist ein „Zustand“, eine Befindlichkeit. Dieser „besondere Zustand“ enthält eine Ladung feiner seelischer Wirkungen.

Wladimir bearbeitet skrupulös die Oberfläche der Leinwand, dabei schafft er das Gewebe des Bildes, seinen Körper. Das ist aber nicht die Skrupelhaftigkeit eines trockenen Pedanten, es ist eine Jazz-Improvisation (eine Musik, die er als etwas Besonderes empfindet).

Freier Flug – aber im Inneren eine bestimmte harmonische Ordnung.

Wladimir kann leicht von der Abstraktion zum Figürlichen übergehen. Es bleibt aber eine Umstellung im Rahmen der Malerei, der, nachdem die Lehren des Vergangenen angeeignet sind, ein Ausgang zu neuer Qualität gelingt.

Seinen tiefen Regungen folgend, überträgt Wladimir Schengelaja die Bearbeitung und Entscheidung seiner ethischen Probleme auf das Feld der Kunst. Seine Bilder sind dieser Hinsicht ästhetisch aufgeladen, und das ruft den Wunsch hervor, zu ihnen wieder und wieder zurückzukehren.

Ausstellungen:

2015

Beim versuch in Achenrain das goldene Vlies zu finden, Gruppenausstellung, Kunstforum Troadkastn, Kramsach, Östereich

2014

Beim versuch das goldene Vlies zu finden, Gruppenausstellung, Goldberg Studios, München

Kunst im Karee, Gruppenausstellung, München

2013

Einzelausstellung, Alzgalerie, Chiemgau

Gemischtwaren mit Artgenossen, Gruppenausstellung, Goldberg Studios, München

2012

Bunte Hunde mit Artgenossen, Gruppenausstellung, Goldberg Studios, München

2011

Frisch gebügelt mit Artgenossen, Gruppenausstellung, White Box, München

3 x Heimat Kaukasus, Gruppenausstellung, Art Palace, Berlin

Goldene Zeiten mit Artgenossen, Gruppenausstellung, Goldberg Studios, München

2010

Gabenbringer, Einzelausstellung, Galerie Troadkastn, Kramsach, Österreich

2009

Gabenbringer, Einzelausstellung, Roter Pavillion, Bad Doberan

Einzelausstellung, Theater Halle 7, München

Retrospektive „15 Jahre in der BRD“, Einzelausstellung, White Box, München

2007

Einzelausstellung, Kaffe GAP 34, München

2006

Siehmalan, Gruppenausstellung, Haus der Kunst, München

Einzelausstellung, Alzgalerie, Chiemgau

2005

Einzelausstellung, Galerie Jaspers, München

2004

Einzelausstellung, Galerie Jaspers, München

2003

Einzelausstellung, Alzgalerie, Chiemgau

2002

Einzelausstellung, Galerie Goethe 53, München

2001

Abstraktion in der russischen Kunst, Gruppenausstellung, Russisches Museum, St. Petersburg, Russland

Einzelausstellung, Toennisen Galerie, Köln

Einzelausstellung, Alzgalerie, Chiemgau

2000

Georgische Kulturtage, Gruppenausstellung, Bad-Doberan

Einzelausstellung, Hewlett-Packard, Wien, Österreich

1999

Einzelausstellung, Toennisen Galerie, Köln

Einzelausstellung, Alzgalerie, Chiemgau

1998

Einzelausstellung, Ost-West Galerie, Riehen, Schweiz

Einzelausstellung, Galerie Troadkastn, Kramsach, Österreich

1997

Jazz Meile, Gruppenausstellung, Landesfestival in Thüringen

Einzelausstellung, Alzgalerie, Chiemgau

1996

Einzelausstellung, PC – Print Galerie, München

1995

Gruppenausstellung, Galerie im Amthaus, Hohe Aschau

1994

Einzelausstellung, Roter Pavillon, Bad Doberan

Einzelausstellung, Max-Planck-Institut, Thüringen

Einzelausstellung, Hewlett-Packard, Böblingen

Einzelausstellung, Alzgalerie, Chiemgau

1992

Georgische Künstler in Bayern, Gruppenausstellung, Galerie Keindl, Landshut

1990

100. Todestag Van Gogh, Gruppenausstellung, Galerie Palitra, Leningrad, Russland

1972 bis 1992

Verschiedene Gruppenausstellungen, Künstlerverband der UdSSR, Abchasiens und Georgiens, UdSSR